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Zum ersten mal wurde das seit
dem Jahre 2001 stattfindende Pazifikfestival außerhalb
Deutschlands
durchgeführt. Das Ergebnis war außerordentlich! Eine gewisse
finnische Gründlichkeit war nicht zu übersehen. Alles war sehr gut
vorbereitet. Das Programm wurde mit eigenen Ideen erweitert, so z.B. mit
einer Vortragsreihe Themen von Pazifik-Experten aus Finnland und durch
eine
Kunstausstellung. Man kann also für die Zukunft erwarten, dass dieses, einmal
durch die Pazifikinsulaner Deutschlands mit Hilfe der DPG angestoßene Projekt sich auch weiterhin gut entwickeln wird. Trotz alledem war der Termin
leider recht ungünstig gewählt worden, denn
zur gleichen Zeit fanden in Helsinki die Leichtathletik-
Weltmeisterschaften statt. Schon seit mehreren Monaten
waren Flüge und Unterkünfte stark gefragt, sodass man glücklich
sein konnte, wenn man rechtzeitig gebucht
hatte. Leider wurden durch diese Umstände einige Personen von der
Reise nach Finnland abgehalten. So weiß ich von einigen
Pazifikinsulanern aus London, dass sie zwar noch Flüge nach
Helsinki, aber keine
bezahlbaren Hotelunterkünfte mehr bekommen konnten. Diejenigen
jedoch, die es geschafft hatten, waren glücklich dabei zu sein.
Die gesamte
Organisation wurde von der Pacific Islands Friendship
Society geleitet. Ein Freundeskreis von Finnen und in Finnland lebenden
Pazifikinsulanern bemüht sich durch monatliche Aktivitäten und
jährlich auch durch größere kulturelle Veranstaltungen eine bessere Kenntnis über die pazifischen Völker und Kulturen zu
vermitteln. Diese Organisation wurde erst im Herbst 1998 gegründet
und maßgeblich von dem Tonganer und jetzigen Präsidenten Samuiela
Elone geprägt. Er verstand es durch die Einbeziehung eines Jugendaustauschprogramms
der Europäischen Union die Teilnahme dreier Jugendgruppen aus
Lettland, Polen und den Niederlanden zu ermöglichen. Unter dem
Motto: "The
Polynesian dances and Intercultural learning" konnten
sich somit Jugendliche aus Ost- und Westeuropa vom 7. bis 14. August
2005 in einer freundlich entspannten Atmosphäre treffen.
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Ebenfalls
einbezogen in das Fest wurde eine Ausstellung, die bereits am 2.
August eröffnet wurde. Ausgestellt wurden ausdrucksvolle und
farbintensive Gemälde der finnischen Malerin Sirpa Alalääkkölä,
die inzwischen in Neuseeland lebt. Ihre Gemälde mit dominanten
Figuren im Vordergrund und kontrastreichen Farben wirken sehr
expressionistisch. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Akademie der
Feinen Künste in Helsinki und an der Tisch School of Arts an der
New Yorker Universität. Nach unterschiedlichen Ausstellungen in Finnland,
reiste sie auf mehrere pazifischen Inseln, nach Indien und
Australien. 1993 ließ sie sich in Marlborough Sounds nahe der Stadt
Picton auf der Südinsel Neuseelands nieder. Die Ausstellung in
Helsinki war bis Ende August im "Caisa" zu sehen. |

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Das reguläre Programm des Festivals begann bereits am Donnerstag Vormittag im
internationalen Kulturzentrum 'Caisa' in der Nähe der
Hauptbahnhofs. Es gab mehrere Vorträge und Tanzworkshops, an
denen jeder teilnehmen konnte. |
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Junius de Sadeleer von der Tanzgruppe Hawaiian
Fantasy aus den Niederlanden leitete die Workshops, die sehr effektiv einer recht großen Anzahl von Interessenten erste
Erfahrungen in den polynesischen Tänzen übermittelte. Für unsere Gäste aus
Lettland und Polen waren das vollkommen neue Eindrücke, denn noch
nie hatten diese Tanzgruppen Erfahrungen in diesen exotischen Tänzen
sammeln können. Das Ergebnis war immerhin ein gemeinsamer Auftritt
bei der vom Festival arrangieren Südsee-Tanzshow im
Savoytheater am Ende der Proben und des Festes. |
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| Antoinette Langcauon-Tenhunen befasste sich in
einem Vortrag mit den
indigenen Rechten der Hawaiianer! Sie ist Direktorin von Makawalu, einer
Organisation, die sich den Menschenrechten und der Bildung
verschrieben hat. Sie ist außerdem Tänzerin , Autorin,
Linguistin und Dichterin. Ihre höhere Bildung erwarb sie in der
Schweiz, in Hawaii und derzeitig in Finnland. Ihr Mentor Kumu Hula Piilani Smith
beeindruckte sie durch die Bedeutung des Wortes Makawalu (acht
Augen). |
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Mit diesem Wort wird zum
Ausdruck gebracht, dass man die Welt mit 'acht Augen'
betrachten sollte und nicht nur aus einer Perspektive
heraus. In Anbetracht dieser hawaiianischen
Wertvorstellung, entwickelte sie durch ihre eigenen Visionen
dieses Makawalu in ihrer Organisation.
Es folgten noch
zwei weitere Vorträge von finnischen Anthropologen, die wir
nicht verfolgen konnten. Der katholische Priester Felise
Tavo, der uns von zwei Pazifikfestivals bekannt ist,
war aus Belgien angereist, wo er in Kürze sein Studium
beenden wird. Sein Vortrag mit dem Titel "Das veränderte
Gesicht der Religion im Südpazifik" ist wohl sicher so
eine Art Vorstellung seiner Zukunft als Priester in Port
Moresby, der Hauptstadt von Papua Neuguinea, wo er in Kürze
seinen Dienst antreten wird.
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Die Delegation der Deutsch Pazifischen Gesellschaft bestand aus 5 Personen.
Dazu waren weitere
sechs Personen aus Deutschland angereist. Uns hat es recht gut gefallen
und wir freuen uns schon auf das nächste Festival in Dänemark. Jerry
T. Sila, ein Samoaner aus Jütland, der natürlich auch zugegen
war, wird der nächste Organisator dieses Festes sein. Wir
wünschen ihm eine gute Hand bei den schwierigen Vorbereitungen.
(www.samoan.dk)
v.l.nr. Frau W. Zöller, Turua Peter, M. Assmann,
Hans-Jürgen Peter |
| Am Freitag Abend wurde es dann
spannend. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Jede Gruppe und jeder Solist gab nun sein Bestes. Aus
Deutschland waren dabei, unser Mitglied Lenitua Terglane und ihre
beiden Söhne (Tonga), Leutu Jaschke (Samoa) und Turua
Peter (Cookinseln). Hawaiian Fantasy und Mana 'o Laka waren die tonangebenden
Gruppen. |
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Nach dem Wettbewerb |
Viel Erfahrung in
polynesischen Tänzen hat Hawaiian
Fantasy. Das ist nicht zu verkennen, obwohl es in der Gruppe
keine Pazifikinsulaner gibt. Das kann nur eine Ursache haben:
Üben! Üben! Üben! Bemerkenswert war für mich das Solo von
Ilse Sadhinoch, die einen neuseeländischen Tanz mit einem
Poi-Ball darbot. Für Leutu aus Samoa schien die Darbietung
dagegen eine Art Kinderspiel zu sein, brachte jedoch den ersten Preis
ein. Karsten und John wiederum zeigten andere Stärken. Sie
zeigten Humor und improvisierten den Ablauf so, dass es dem
Publikum recht gut gefiel und den Publikumspreis
einbrachte. |
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Unerwarteten
Besuch gab es auch von Teilnehmern der Leichtathletikweltmeisterschaften.
Die samoanische Mannschaft und die Mannschaft aus Kiribati statteten
uns, wenn auch nur für kurze Zeit während des Umu
, einen Besuch ab. Etwa 5 km außerhalb der
Stadt in einem Waldstück waren die Vorbereitungen für das Südseemahl
bereits kurz vor dem Abschluss, als wir am Samstag Nachmittag dort eintrafen. Der
besonders erwähnenswerte samoanische Sportler Shaka Sola war besonders eifrig bei
der Sache das Essen vorzubereiten. Er musste
wohl sehr unzufrieden über seine Leistung als Sportler gewesen sein.
Er ist normalerweise Kugelstoßer, konnte aber seine Leistung nicht unter Beweis
stellen, da er zum entscheidenden Wettbewerb nicht zugegen war. Wer
daran schuld ist, kann man nicht sagen. Jedenfalls konnte er seinen
Flug nicht rechtzeitig erreichen. Er sagte sich aber: "Wenn ich
nun schon einmal hier bin, dann versuche ich mein Glück in einer
anderen Sportart." Das Speerwerfen war noch im Gange und
so gab er dort sein Bestes, leider reichte es nur für die kürzeste
Weite überhaupt. Na wir konnten jedenfalls sein Geschick für
unsere Angelegenheiten nutzen. |
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Südseeinsulaner am
finnischen Umuplatz
von links nach rechts:
Shaka Sola (Samoa)
Leutu Jaschke (Samoa, Deutschland)
Sportlerin aus Kiribati
Piu Hafoka (Tonga, Schweden)
Jerry T. Sila (Samoa, Dänemark) |
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Das
Spanferkel und alle tropischen Knollen, das Gemüse und
besonders der Fisch bekamen uns sehr gut. Beim Essen lernte man
interessante Menschen kennen wie z.B. ein finnisches
Ehepaar, welches 6 Monate auf Rarotonga lebte oder den
walisischen Coach der samoanischen Leichathletikmannschaft.
Zu Gast beim Umu im Wald waren auch Mitglieder von
weiteren Südseemannschaften. So traf ich z.B. Leute aus Kiribati
und den Cookinseln, die das Spektrum der Teilnehmer erweiterten.
Leider waren ein
Teil der Sportler bereits abgereist.
Hier im Wald außerhalb der Hauptstadt konnten wir aber auch die letzten
Proben für den heutigen Abend verfolgen. Junius de Sadeleer
studierte noch einmal den Tanz ein, der zusammen mit den
Neulingen aus Lettland und Polen aufgeführt werden sollte. |
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Ein großes Ereignis war am Sonnabend die Aloha Night im Savoy
Theater. Alle Gruppen gestalteten eine phantastische Südsee-Show. Auch
da klappte alles wie am Schnürchen. Die finnischen Ansagen
waren für uns zwar böhmische Dörfer, aber inzwischen kannten wir
schon fast alle Personen und Tänze. Alle Gruppen, auch eine weitere
finnische Gruppe, die nicht am Wettbewerb teilnahm, waren zu
sehen. Die Mischung aus Solo- und Gruppentänzen war gut
gewählt. Für gute Stimmung sorgte Avea Avea, ein Samoaner,
der erst seit geraumer Zeit in Finnland lebt und die Gruppe
Mana 'O Laka zusammen mit seiner Cousine verstärkt hat. |
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Leider mussten wir schon am
Sonntag
Mittag abreisen, sodass wir den Gottesdienst in der Felsenkirche und
die Abschlussfeier nicht miterleben konnten. Allein die Felsenkirche zu besichtigen
soll ein ganz besonderes Ereignis sein. Na vielleicht ein anderes Mal. |
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