30 Jahre DPG e.V.

online: 12.7.2005

Pazifik-Familienfest im Norden Deutschlands
Bericht vom 5. Treffen der Pazifikfamilien in Deutschland
Bilder von Brigitte Paul, Manfred Assmann, Thomas Hollenbeck, Anna Verbiesen, Jan van Vlieth

Es war nicht leicht zu finden, das Jugendferienheim Tannenhöhe in Süsel.  Jedoch, wer es  erreicht hatte, war überrascht von der schönen Lage, den eigenartigen Unterkünften und von der gesamten Umgebung. Ganz bewusst wählten wir diesen Ort im Norden Deutschlands, um allen Pazifikinsulanern und Freunden unserer Treffen, die in Norddeutschland und den angrenzenden Ländern wohnen, eine günstigere Anfahrt zu ermöglichen. Die Zusammensetzung der Teilnehmer war somit ganz anders strukturiert als beim Pazifikfestival im vorigen Jahr in Stuttgart. Dort waren neben vielen anderen Nationen  überwiegend Samoaner und Tonganer vertreten. Diesmal waren acht pazifischen Nationen plus Philippiner,  Molukken (Maluku) und natürlich auch Deutsche und Niederländer vertreten.


Sampari mit Tänzen aus Westpapua
zum ersten mal bei uns!
(Foto. M.Assmann)

 Der Versuch, eine Gruppe aus Neuguinea zu bekommen, ist uns trotz einiger Schwierigkeiten gelungen. Wir wollen damit unsere Solidarität mit den indigenen Völkern Westpapuas bekunden. Momentan haben die Südseevölker (Papua und Melanesier) der zweitgrößten Insel der Erde schwer zu leiden. Die Selbstbestimmung ist ihnen, im Gegensatz zu den meisten Völkern Polynesiens, versagt geblieben, obwohl auch viele polynesische Nationen immer noch nicht in vollem Umfang über sich selbst bestimmen können. Die diesjährige Gastgruppe SAMPARI machte in einer beeindruckenden Performance auf die Lage in Westpapua aufmerksam. 

Andere Teile Ozeaniens wurde vertreten durch Pazifikinsulaner aus Samoa, Tonga, Fidschi, den Cookinseln, Tuvalu, Kiribati und Tahiti. Das Treffen wurde durch die Deutsch Pazifische Gesellschaft organisiert. Seit 30 Jahren bemühen sich die Mitglieder dieser Vereinigung die Menschen Mitteleuropas mit der Situation und den Problemen der Pazifischen Region vertraut zu machen. Aber erst seit 2001 werden einmal jährlich alle Pazifikinsulaner, über deren Aufenthaltsort wir Kenntnis haben, zu einem Pazifik - Familientreffen eingeladen. 


Gruß von den Frauen
(Bild: Thomas Hollenbeck)

Rosemarie Vespermann-Deeken (DPG)
Präsidentin der DPG

Da es im vorigen Jahr keine Gelegenheit zu einer Feier aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der DPG gab, stand das Fest  unter diesem Zeichen. Die Präsidentin der DPG Frau Rosemarie Vespermann-Deeken würdigte in einer Ansprache am Sonnabend Nachmittag dieses Ereignis und dankte allen Insulanern dafür, dass sie unser Vereinsleben durch ihre rege Teilnahme an den Familientreffen so bereichert haben. Weiterhin galt ihr Dank den Mitgliedern und Freunden, die durch reichliche Spenden dieses Treffen ermöglicht haben. Vielen Dank!

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Spender waren: die Deutsch Pazifische Gesellschaft, Hans Riehm, Berlin (Monoi Tahiti) / Amei Steinbauer, München / Andreas Bien, Herzogenrath / Frank Steinbauer / Manfred Assmann, Sachsenbrunn / die Gruppe 'White Dolphin' / Armin Fruth und andere. Insgesant 650 Euro! Weitere 400 Euro wurden durch die DPG bereitgestellt.
Herzlichen Dank an alle, die bei der Vorbereitung des Umu und in der Küche tätig waren. Julia Wölfert und Familie Döblitz seien hier erwähnt. Keine Sorgen brauchten wir uns um den Umu zu machen. Alles ging wie von selbst! Kein Wunder! Waren doch viele Männer aus Fidschi am Werke, die darin geübt sind. 

Foto: Manfred Assmann
Bea Carels & R. Vespermann-Deeken

Der Gottesdienst, durchgeführt von Pastor Anas Hamami ganz aus der Nähe von Süsel,  war eingerahmt in Gesänge unserer fidschianischen Gäste. Nach einer kurzen Ruhepause wurden die Speisen aufgebaut und serviert. Wir hoffen, dass alle satt geworden sind. Oder etwa nicht? 
Ab 19 Uhr füllten sich die Ränge des Amphitheaters, denn nun begann die "Pacific Show".  Eingeleitet wurde der lange Abend durch unsere bisher größte Delegation von Fidschianern bei einem Pazifikfest. Sie sangen eine Anzahl von Liedern aus ihrer Heimat. Sie versprachen wiederzukommen.

Fiji singt in Süsel
Fiji singt (Foto: Brigitte Paul)

Einige der Männer waren noch vor einigen Monaten im Irak stationiert und waren sichtlich froh, an so einem friedlichen Zusammentreffen von Personen aus verschiedenen Nationen teilnehmen zu können. Nach dem bereits erwähnten Auftritt vom "Sampari" begann die bunte Palette der verschiedenen Tänze aus Polynesien und Mikronesien. Durch das Programm führte uns Brigitte Paul. Besonders wichtig für uns waren die vielen Besucher aus den Niederlanden. Samoanische und Tonganische Beiträge sind wie immer gleich stark vertreten. 

Die samoanische Delegation aus den Niederlanden (s. Bild rechts) verfasste ebenfalls einen Bericht über das Treffen, welchen man bei uns und in ihrer Website www.wsamoa.ws nachlesen kann. Eine deutsche Übersetzung werden wir bei uns veröffentlichen. Unser samoanischer Ehrengast Jerry aus Dänemark hat uns zu einem noch genau zu datierenden Pazifikfest eingeladen. Doch darüber werden wir im August in Helsinki beraten und eine Festlegung treffen. Wir sind weiter daran interessiert, durch die Einbeziehung von Partnerorganisationen im europäischen Ausland eine gemeinsame organisatorische und finanzielle Basis zu schaffen, die es ermöglichen wird, dass mehrere Länder das Pazifikfestival durchführen können. Unsere nationalen Treffen  werden aber nicht eingestellt, sondern einen thematischen bzw. einen Länderschwerpunkt haben und mehr regionalen Charakter tragen.  Eine Vorschlagsliste wird noch im Sommer verteilt, um Wünsche und Vorstellungen der beteiligten Organisationen zu ermitteln. 

Tunu und die van Vlieths
Teil der samoanischen Delegation
(Foto: van Vlieth)

Julia Wölfert

Nach den Fidschianern und nach Sampari folgten dann die Beiträge der verschieden Länder und Gruppen. Julia Wölfert und die Moderatorin Brigitte Paul vertraten Kiribati. Samoanische Solos in verschieden Kostümen von Tunu und Suavai waren eine Wohltat für jedes Auge. Inzwischen hatten auch unsere Freunde aus Fidschii den traditionellen Part angesteuert. Ihr Zauberwort heißt Yaqona, bei uns unter Kava bekannt. Jenes leicht berauschende Getränk gehört bei solchen Anlässen dazu. Wer vermag darüber zu urteilen?  

Tunu Voermann

Bevor die Berliner Gruppe White Dolphin den Ausklang einleitete, war noch ein buntes Programm zu sehen. Ganz kurzfristig haben sich noch 3 Jungen zusammengefunden, die sich nur teilweise vorher kannten und versuchten sich am neuseeländischen Haka. Es klappte doch recht gut. 

William, Ari und Karsten
Haka Boys (Foto: van Vlieth)

An lustigen Einlagen hat es weiterhin auch nicht gemangelt. So einige Ideen hatte die fidschianische Delegation auf Lager. Einige von Ihnen und auch andere haben am späten Abend nicht so schnell ihr Nachtlager gefunden, obwohl es nur wenige Schritte entfernt war. Wir hoffen, dass alle zufrieden waren. 

Foto: Anna Verbiesen
Anna, Manfred und Turua 

Wer Ideen für ein nächstes Treffen im nächsten Jahr hat, der sollte uns unbedingt informieren. Es gibt bereits verschiedene Vorstellungen. Einige von uns werden sich eventuell in Helsinki wieder treffen, Erinnerungen, Fotos oder Videos austauschen. Herzlich bedanken wir uns bei Florian Köhler von Mingus-Film, der alle Ereignisse festgehalten hat. Herzliche Grüße an das Ehepaar Albrecht vom Jugendferienheim Tannenhöhe, das dieser ungewöhnlichen Feier auf ihrem Gelände einen besonders schönen Rahmen gab und für die köstlichen Mahlzeiten sorgte. Für den Sonntag war nichts mehr geplant, obwohl sicher noch Interesse an irgendwelchen Veranstaltungen bestand, aber wer auf die Uhr schaut und überlegt, wie lange es dauern wird, bis man wieder zu Hause ist, dem war klar, dass man doch Abschied nehmen muss.  
"Bis zum nächsten mal!" - Diesen Satz konnte man am Sonntag oft hören. 
Damit man uns nicht vergisst, werden alle in den nächsten Wochen eine Erinnerung erhalten.
Das Festkomitee: Manfred & Christel Assmann, Sachsenbrunn
Arno Crotogino, Kiel
Burghard & Silke Pieske, Lübeck

Anmerkung: Viele hatten ja gehofft, dass die Gruppe E Matike aus Rarotonga zu uns kommen könne. Das war leider nicht möglich. Am Sonntag werden sie irgendwo an uns vorbei gerauscht sein, auf dem Wege von Holland nach Ribnitz-Damgarten, wo sie an einem Wettbewerb teilgenommen haben. Eine Gelegenheit dieser Art wird es aber bereits im nächsten Jahr wieder geben, denn es werden sogar zwei Gruppen von den Cookinseln in Europa unterwegs sein.  Auch wir werden im nächsten Jahr wieder eine Gastgruppe engagieren. Lasst Euch überraschen! 

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© Deutsch Pazifische Gesellschaft 2009                                                 letzte Änderung: 6.9.2005